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Matija Vertovec

Priester, Fachautor und Ausbilder der Winzer von Vipava-Tal

Zwischen den Vipaver Weingärten, im Weiler Jakulini unweit von Šmarje na Vipavskem, wurde am 28. Januar 1784 Matija Vertovec geboren. Mit seinem brillanten Geist hat er einen Teil seiner schöpferischen Gestaltungskraft der fachlichen Entwicklung des Weinbaus und Weinbereitung gewidmet.

Als Priester verbrachte er sein ganzes Leben in der Vipava-Region. Zuerst hat er das Predigtamt in Vipava, danach in Planina und zuletzt in Podnanos ausgeübt, wo er am 2. September 1851 schließlich starb. Matija Vertovec war kein gewöhnlicher Seelsorger: ein Polyglott, Geschichts- und Geografieliebhaber, befasste er sich auch mit Chemie, Physik und Astronomie. Besonderes Interesse fand er der Landwirtschaft, vor allem am Weinbau und Kelterung. Ein begeisterter Reisender, war er stets auf der Suche nach neuem Wissen. Seine Erkenntnisse hielt er in etlichen Fachartikeln und -büchern fest und teilte sie auch gerne mit dem einfachen Volk. In den Dörfern, in denen er wirkte, kümmerte er sich nicht nur um den Religionsunterricht, sondern versuchte die Menschen zum Lernen anzuregen und zeigte am eigenen Beispiel, wie mit den fortschrittbringenden Neuigkeiten am besten umzugehen ist.

Fortgeschrittener Weinbau

Matija Vertovec war der erste Autor, der in slowenischer Sprache das Thema Weinbau und Weinbereitung behandelte und sich mit der anwendbaren Chemie, Astronomie und gemeinen Weltgeschichte auseinandersetzte. Sein wegweisendes Werk „Vinoreja“ (Weinbau) aus 1844 war das erste Fachhandbuch über Weinbau, Weinbereitung und Kelterung auf Slowenisch und ist für die Menschen im Vipava-Tal noch heute von besonderer Bedeutung. Vertovec bearbeitete seinen eigenen Weingarten, experimentierte mit verschiedenen Keltermethoden, Reben und Produktionsmethoden, mit denen er durch Bücher oder auf Reisen in Kontakt geriet. Sein Wissen und seine Erfahrung übertrug er leidenschaftlich an die Vipavaer Winzer und noch heute dient so manch Ratschlag aus seinem Buch als Leitfaden für moderne Winzer und Weinhersteller, die naturnahe Produktionsmethoden bevorzugen.

Ein besonders wertvoller Beitrag des Matija Vertovec ist das minuziös zusammengestellte Verzeichnis der Rebsorten, die zu seiner Zeit in Vipava wuchsen. Seine Aufzeichnung setzte das Fundament und verpflichtet nach wie vor zur Erhaltung von alten einheimischen Sorten – des kostbarsten Gutes der Vipava Weinbaugegend.

Unsterbliche Hingabe zur Weinrebe

Die Werke von Matija Vertovec sind durchzogen von der Leidenschaft zum Heimatboden und zur Weinrebe. Das schönste Loblied an die Weinrebe verfasste er mit dem im 1843 erschienenen beschwingten Beitrag „Vinske terte hvala“ (Zum Lob der Weinrebe) in den „Landwirtschaftlichen und gewerblichen Nachrichten“ (slow. Kmetijske in rokodelske novice). In diesem Artikel wandte er sich öffentlich an France Prešeren – bis heute den größten slowenischen Dichter – um ihn zum verfassen eines Lobliedes an die Weinrebe anzuregen. Tatsächlich hat Prešeren knapp ein Jahr später die berühmte „Zdravljica (Der Trinkspruch) verfasst. Heute kann man in der ersten Strophe deutlich den Einfluss von Vertovec ausmachen. Die siebte Strophe ist mittlerweile zur slowenischen Nationalhymne geworden. In Podnanos, wo Matija Vertovec zu seiner Zeit wirkte, hat Stanko Premrl viel später die „Zdravljica“ vertont. Daher ist Podnanos als Geburtsort der slowenischen Nationalhymne bekannt.

 

In den Fußstapfen von Matija Vertovec

Über die Vipavaer Hügel und durch die Dörflein, in denen Matija Vertovec gelebt und gewirkt hat, ist heute ein markierter Wanderweg angelegt, der an etlichen Natur- und Kulturdenkmälern vorbei führt. Jedes Jahr wird am ersten Sonntag nach dem Martinssonntag die Wanderung auf den Vertovec-Wegen organisiert. Wanderer sind von der traditionellen Gastfreundschaft und lokalen Spezialitäten immer wieder begeistert.

Im Dorf Šmarje na Vipavskem haben die Mitglieder des Matija-Vertovec-Verbandes ein Gedenkzimmer mit faszinierenden Archivurkunden, Büchern und Fotos eingerichtet. Der Besuch des Gedenkzimmers ist nur nach vorheriger Terminabsprache möglich. Die Verbandmitglieder werden Sie das ganze Jahr über gerne auf den Vertovec-Wegen begleiten und Ihnen die Geschichte über diesen großen Menschen aus lokaler Perspektive vorstellen.

Auskünfte:

Darko Poljšak, T: +386 (0)41 275 267

Damijan Orel, T: +386 (0)41 363 207.