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Šempeter pri Gorici

Die Stadt im Garten der Region Goriška

Am Auslauf des Vipava-Tals, inmitten fruchtbarer Äcker und doch direkt an der italienischen Stadt Gorizia, entstand die heutige Stadt Šempeter pri Gorici. Ihre einzigartige geografische Lage und die Anwesenheit zweier verschiedener Kulturen (der romanischen und der slawischen) sind für die sehr wechselvolle Geschichte der Stadt verantwortlich. Obwohl Šempeter lange Jahrhunderte als bäuerliche Vorstadt von Gorica galt, ist sie heute eine vitale, eigenständige Kleinstadt, in der man sehr angenehm lebt.

Ihr Ruf als fruchtbarer Garten

Šempeter, das noch heute von den Einwohnern nur Šempeter genannt wird, war schon in der Urzeit besiedelt. In schriftlichen Quellen wurde die Stadt erstmals um das Jahr 1200 erwähnt. Aus dieser und auch aus älteren Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass sie schon damals ein bedeutendes Gut der hiesigen Grafen war und dass hier eine St. Peterskirche stand, nach der die Stadt benannt wurde. Die Meinhardiner, die Grafen von Gorizia, und später die Habsburger wussten diese natürlichen Gegebenheiten gut zu nutzen. In Šempeter herrschen hervorragende klimatische Bedingungen und die sehr fruchtbare Erde ist genau richtig für den Ackerbau und insbesondere den Gartenbau, der sich im Laufe der Jahrhunderte zum wichtigsten Wirtschaftszweig entwickelte. Im 18. Jahrhundert übernahmen die Grafen Coronini den Hauptteil des Grundbesitzes und verkauften die berühmten Erzeugnisse aus Šempeter bis an den Wiener Hof. Zum frühen Gemüse und den Frühkartoffeln, für die Šempeter in der Region Goriška bekannt war, gesellte sich später auch der Blumenanbau. Besonders erfolgreich waren die Šempeter-Veilchen, eine spezielle Sorte mit doppelter Blütenhülle, die bis zum Zweiten Weltkrieg kultiviert wurde. Auf dem Höhepunkt des Erfolgs wurden die zarten Pflanzen sogar mit Kutschen bis an den russischen Hof geliefert.

Seltene Spuren goldener Zeiten

Die Idylle des blühenden Gartens, aus dem die Stadt Gorica das ganze Jahr über frisches Gemüse erntete, wurde im Ersten Weltkrieg grob zerstört. Šempeter befand sich auf einmal direkt an der Frontlinie und der Ort wurde bis auf die Grundmauern zerstört. Nach dem Krieg wurden einige Gebäude wieder aufgebaut und man kann heute noch an ihnen erkennen, was für eine wahrlich reiche Vergangenheit diese Stadt hatte. Am Stadtplatz werden die Besucher von der markanten St. Peterskirche begrüßt. Auf den Fundamenten der früheren Kirche, die schon um das Jahr 1200 in schriftlichen Quellen erwähnt wird, wurde nach dem Ersten Weltkrieg eine neue Kirche nach dem Entwurf des berühmten Architekten Max Fabiani erbaut. In der Nähe der Kirche lädt das schönste Gebäude der Stadt, die Residenz der Grafen Coronini, zu einem Besuch ein. Das Schloss, das ursprünglich im 17. Jahrhundert erbaut und im 19. Jahrhundert komplett renoviert wurde, wurde während des Ersten Weltkriegs fast vollständig zerstört. Auch der Wiederaufbau dieses Schlosses wurde Max Fabiani anvertraut, der dem Gebäude seine Handschrift verlieh, dabei jedoch den Eindruck einer gehobenen Adelsresidenz beibehielt. Im Schloss Coronini, das vor einigen Jahren noch einmal renoviert wurde, befindet sich heute der Sitz der Gemeindeverwaltung. Hier ist eine ständige Ausstellung über die Adelsfamilie Coronini zu sehen und oft werden im Schloss kulturelle Veranstaltungen organisiert. Aus dem Nachlass der Familie Coronini blieb in Šempeter auch das beeindruckende Gebäude Mafejšče erhalten, die ehemalige Villa Maffei, wo die Familie bis 1947 lebte. An den blühenden Gartenbau, den die Adelsleute bis zum Zweiten Weltkrieg in ihren Parks betrieben, erinnern noch heute die Anpflanzungen in der Stadt, die den Besuchern das Gefühl einer edlen mediterranen Atmosphäre verleihen. 

Möglichkeiten für Aktive

Šempeter ist Ausgangspunkt zahlreicher Wanderwege und auch für Radfahrer gibt es viele Auswahlmöglichkeiten. Über der Stadt erhebt sich der Hügel Sv. Mark, ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer, das seine Besucher mit einer herrlichen Aussicht über das italienische Gorizia, die Ebene von Šempeter und das Friaul erfreut. In die andere Richtung, zu den Hügeln von Vrtojba und Bilje führt ein interessanter Rundweg für Fußgänger und Radfahrer. Kletterfans sind in Šempeter von der größten künstlichen Kletterwand Sloweniens mit ihren mehr als 8000 Griffen aller Arten begeistert. Im nahe gelegenen Vrtojba steht für Liebhaber des Autosports eine Indoor-Kartbahn zur Verfügung, in der auch Karting-Wettkämpfe ausgetragen werden.

Dolce far niente – das süße Nichtstun

Italien mit seinem unübertrefflichen Sinn für die kleinen Genüsse ist nur einen Steinwurf entfernt. Šempeter, das jahrhundertelang praktisch ein Teil von Gorica (dem heutigen Gorizia) war, ist heute eine eigenständige Stadt, deren Ruf als fruchtbarer Garten geblieben ist. Die Vielfalt an frühem und hochwertigem Gemüse aus Šempeter und dem nahe gelegenen Vrtojba ist eine Inspiration für das ausgezeichnete kulinarische Angebot, das Sie einfach probieren müssen. Der langsame Rhythmus dieser Kleinstadt lässt aber auch Raum zum Faulenzen, wenn Ihnen danach ist.