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Architektur

Die idyllische Schönheit des Vipava-Tals

Das offene Tal, auf der einen Seite von geschwungenen Hügeln und auf der anderen Seite von den steilen Hängen des Trnovo-Hochlands und der Nanos-Hochebene umgeben, begeistert die Besucher mit seiner einzigartigen Schönheit. Weinberge, Obstgärten und Felder reihen sich wie ein Mosaik aneinander, die Dörfer auf den Anhöhen und die Kirchtürme bilden die sorgfältig ausgewählten Verzierungen. Das Tal freut sich über besonders viele Sonnentage und der klare Himmel lässt es wie ein Paradies erscheinen.

Wenn sich das Auge erst einmal an die natürliche Schönheit gewöhnt hat, wird der Besucher von den Dörfern, einzelnen Gebäuden und faszinierenden Details bezaubert. Unter der Erdoberfläche entdeckt der Reisende einen architektonischen Schatz ganz besonderer Art, nämlich die Weinkeller des Vipava-Tals. Die baulichen Charakteristiken des Vipava-Tals sind Zeugnisse der jahrtausendalten Überlieferungen und des Zusammenlebens mit der Natur.

Die Landschaft des Vipava-Tals

Wohin das Auge auch reicht, überall erblickt man vergleichsweise kleine Haufendörfer. Auf den Hügeln und Hängen der Berge gibt es sehr viel mehr Siedlungen als im Tal ‒ und das hat seinen Grund. Im Mittelalter waren die Dörfer am Hang besser vor den Raubzügen der Barbaren geschützt und später beeinflussten vor allem die natürlichen Gegebenheiten die Auswahl des Standortes. Die Dörfer wurden an ertragsarmen Randgebieten fruchtbarer Landstriche angesiedelt. Man baute die Häuser eng aneinander, um die fruchtbare Erde so gut wie möglich auszunutzen. Die Dörfer in Haufenbauweise hatten allerdings noch eine andere Funktion. Sie schützen die Gebäude vor dem Burja, dem starken Wind, dessen Böen Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h erreichen. Die Dörfer im Vipava-Tal sind oft an Quellen, Flüssen und Bächen sowie an alten Verkehrswegen angesiedelt.

Dörfer

Die natürlichen Gegebenheiten im Vipava-Tal und die Bescheidenheit der Talbewohner brachten die typische Bauweise der Dörfer hervor. Sie bestehen aus einem oder mehreren Häuserhaufen, die niedrig gebaut sind und verschieden breite Gassen bilden. Dort, wo die Gassen und Straßen aufeinander treffen, öffnen sie sich zu Dorfplätzen verschiedener Größe. Der größte Platz, der Treffpunkt und Mittelpunkt des Dorflebens, befindet sich meist neben der Kirche. Trotz der kleinen und schlichten Bauweise haben die Dörfer des Vipava-Tals ein stadtähnliches Bebauungsmuster.

Die Häuser sind aus Stein gebaut und mit sorgfältig bearbeiteten Tür- und Fensterrahmen aus Stein verziert. So wie die gesamten Dörfer konstruiert sind, um möglichst guten Schutz vor dem Bora-Wind zu bieten, wurden auch die einzelnen Höfe mit größter Besonnenheit errichtet. Die Giebelseiten sind nach Süden ausgerichtet, die Innenhöfe liegen oft verschlossen hinter hohen Mauern verborgen. Die Eingänge zu den verschlossenen Innenhöfen, die Steinportale (slow.: kalone) sind präzise geplant, häufig verziert und stellen die schönsten Architekturelemente der Dörfer des Vipava-Tals dar.

Weinkeller

Ein Teil der besonders reichen Weinbau- und Winzerkultur im Vipava-Tal sind auch die typischen Weinkeller. Die architektonisch vollendeten Weinlagerräume waren schon immer der Stolz eines jeden Weinguts. Die traditionellen Weinkeller wurden aus Stein errichtet und haben eine gewölbte Deckenkonstruktion. Traditionell wurden sie unter der Erde gebaut und darüber befand sich oft ein besonderer Raum für die Rebenverarbeitung, der "faladur" genannt wurde. In den einfacheren Häusern befinden sich kleinere, aber nicht weniger sorgfältig gebaute Weinkeller. In diesen Weinkellern herrschen das ganze Jahr über genau die richtigen Bedingungen für die Lagerung der edlen Tropfen. Die modernen Keller übernehmen die traditionelle Überlieferung, auch wenn sie nicht nur aus Stein erbaut werden.

Schlösser und Burgen

Das Vipava-Tal ist als Tal der Schlösser und Burgen bekannt. Seine ausgezeichnete Verkehrsanbindung, das milde Klima und die fruchtbare Erde zogen zahlreiche Adelsfamilien in das Vipava-Tal. Sie bewirtschafteten nicht nur das Land, sondern lebten in diesem Tal. Vom Mittelalter bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts erbauten wohlhabende Familien unzählige repräsentative Gebäude im Vipava-Tal und sorgten für die Unterhaltung dieser Prachtbauten. Einige davon sind noch heute gut erhalten, von anderen sind leider nur noch Ruinen übrig geblieben.

Schlösser und Burgen im Vipava-Tal: mehr dazu

 

Städte

In der idyllischen Landschaft erblickt man zwar nur wenige, dafür aber sehr faszinierende Städte. Das schönste Kulturdenkmal im Vipava-Tal ist die ehemalige Stadt Vipavski Križ, ein mittelalterliches, von einer Festungsmauer umgebenes Dorf mit einer Burg und einem etwas jüngeren Kloster. Das malerische Dorf wurde sehr schön renoviert und begeistert mit zahlreichen gut erhaltenen architektonischen Details. Im Unterschied zu Vipavski Križ war Vipava niemals eine Stadt, allerdings weist der alte, im Mittelalter erbaute Ortskern viele Charakteristiken einer städtischen Bebauungsweise auf. Auf dem freundlichen Hauptplatz dominiert das Barockschloss Lanthieri. Faszinierend anzusehen sind die zahlreichen Brücken über die Quellen des Flusses Vipava und die Besucher sind auch von der mittelalterlichen Festung Tabor mit ihrer Mauer begeistert. Die Stadt Ajdovščina, das heutige Zentrum des oberen Vipava-Tals, entstand auf den Fundamenten antiker Siedlungen innerhalb einer ummauerten römischen Festung. Die Altstadt, die sich über Jahrhunderte nur innerhalb der Stadtmauer entwickelte, ist noch heute von schmalen Gassen durchzogen. Herrlich anzusehen sind auch die gut erhaltenen Bürgerhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, als die Stadt eine wirtschaftliche Blütezeit erlebte. Eine architektonische Besonderheit ist außerdem Nova Gorica, die jüngste Stadt des Vipava-Tals und ganz Sloweniens. Als die Stadt Gorica nach dem Zweiten Weltkrieg bei der Grenzziehung Italien zugesprochen wurde, ließ das damalige Jugoslawien direkt an der Grenze eine neue Stadt erbauen. Die Planung der Stadt stammt aus der Feder des slowenischen Architekten Edvard Ravnikar, einem Schüler von Jože Plečnik und Le Corbusier.